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09.03.2026

Aktuelle Sonderausstellung im Geschichtsort Stadthaus: „Überlebt! Und nun? NS-Verfolgte in Hamburg nach ihrer Befreiung“ Teil III

Detail einer Ausstellungstafel
Blick in die Ausstellung

Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte den Verfolgten des Nationalsozialismus die lang ersehnte Befreiung. Doch wie erging es ihnen in den Wochen und Monaten danach?

Wo konnten sie Essen und medizinische Versorgung erhalten? Wie sollten sie nach Hause kommen? Hatten sie überhaupt noch ein Zuhause? Und waren ihre Angehörigen noch am Leben? Manche, die vor dem Nichts standen, versuchten einen Neuanfang und wanderten in ein anderes Land aus. Wer blieb, musste in ein „normales“ Leben zurückfinden.

Im Geschichtsort Stadthaus wird aktuell der dritte Teil der Ausstellung gezeigt. Der Blick liegt auf der Heimkehr oder Emigration: Mehr als 100.000 befreite Zwangsarbeiter*innen und Gefangene aus zahlreichen Ländern befanden sich im Sommer 1945 in Hamburg. Viele machten sich auf eigene Faust oder mit organisierten Transporten auf den Weg nach Hause – in Lastwagen, in Bussen, zu Fuß, per Flugzeug, in Personenzügen, in Viehwagons. Ihre Heimfahrt war meist langwierig und beschwerlich. Dies galt auch für Zehntausende ehemalige Häftlinge des KZ Neuengamme. Sie hatten ihre Befreiung aufgrund der Lagerräumungen kurz vor Kriegsende meist außerhalb Hamburgs erlebt. Nicht alle hatten noch ein Zuhause und Familien, zu denen sie zurückkehren konnten. Manche wurden bei ihrer Heimkehr begeistert gefeiert, andere waren Misstrauen und Anfeindungen ausgesetzt.
Beleuchtet wird Rückkehr in die Sowjetunion, nach West-, Mittel- und Osteuropa sowie die Emigration nach Palästina oder Australien.

Die deutsch- und englischsprachige Ausstellung ist bis zum 17. April 2026 montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr zu den Öffnungszeiten des Geschichtsorts Stadthaus zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Vor Ort und online kann die Ausstellungsbroschüre (Deutsch) für 5 Euro erworben werden. In der Lernwerkstatt Neuengamme ist die gesamte Ausstellung online abzurufen.